Labortest zeigt Kontamination in frischer Orangensaftprobe
Antinukleäre Antikörper, allgemein als ANA bekannt, sind Proteine, die vom Immunsystem produziert werden und fälschlicherweise die körpereigenen Zellen und Gewebe angreifen. Normalerweise schützen Antikörper den Körper vor fremden Eindringlingen wie Bakterien und Viren, aber antinukleäre Antikörper richten sich gegen Bestandteile im Zellkern. Der ANA-Test ist ein Bluttest, der das Vorhandensein dieser Antikörper nachweist und hauptsächlich als Screening-Instrument für Autoimmunerkrankungen verwendet wird, insbesondere für systemischen Lupus erythematodes und andere Bindegewebserkrankungen.
Der Test wird an einer Blutprobe durchgeführt, die aus einer Vene entnommen wird, typischerweise aus dem Arm. Labortechniker untersuchen die Probe mit einer Technik namens indirekte Immunfluoreszenz, bei der das Blut des Patienten mit Zellen auf einem Objektträger gemischt wird. Wenn antinukleäre Antikörper vorhanden sind, binden sie sich an die Zellkerne und erzeugen ein fluoreszierendes Muster, wenn sie unter einem speziellen Mikroskop betrachtet werden. Die Testergebnisse enthalten zwei wichtige Informationen: ob der Test positiv oder negativ ist, und wenn positiv, den Titer, der die Konzentration der vorhandenen Antikörper angibt. Der Titer wird als Verhältnis ausgedrückt, wie 1:40, 1:80, 1:160 oder höher, wobei höhere Zahlen auf eine größere Antikörperkonzentration hindeuten.
Ein positiver ANA-Test bedeutet nicht automatisch, dass eine Person eine Autoimmunerkrankung hat. Viele gesunde Menschen, insbesondere ältere Erwachsene und Frauen, können niedrige Spiegel antinukleärer Antikörper ohne Krankheitssymptome aufweisen. Ein positives Ergebnis, insbesondere bei höheren Titern, kann jedoch auf die Notwendigkeit zusätzlicher Tests hinweisen. Das während des Tests beobachtete Fluoreszenzmuster kann Hinweise darauf geben, welche spezifische Autoimmunerkrankung vorliegen könnte. Verschiedene Muster, wie homogen, gesprenkelt, nukleolär oder Zentromer-Muster, werden mit verschiedenen Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht.
Ärzte ordnen in der Regel einen ANA-Test an, wenn ein Patient Symptome zeigt, die auf eine Autoimmunerkrankung hindeuten könnten, wie anhaltende Gelenkschmerzen, unerklärliches Fieber, Müdigkeit, Hautausschläge oder Muskelschwäche. Der Test ist besonders nützlich bei der Diagnose von systemischem Lupus erythematodes, kann aber auch helfen, andere Erkrankungen zu identifizieren, darunter Sklerodermie, Sjögren-Syndrom, Polymyositis und Mischkollagenose. Wenn der ANA-Test positiv ist, ordnen Ärzte in der Regel spezifischere Antikörpertests an, um die genaue Erkrankung zu bestimmen und geeignete Behandlungsentscheidungen zu treffen.
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